4. Unfallverhütungsvorschriften Laserstrahlung

Geltungsbereich:

Erzeugung, Übertragung und Anwendung von Laserstrahlung und anderer intensiver, optischer Strahlung.

Begriffe:

 

Einfluss der Wellenlänge:

Das Absorptionsverhalten des Retina-Gewebes ist stark von der Wellenlänge abhängig, so dass die Klasseneinteilung entsprechend auch stark von der Wellenlänge abhängt. Zusätzlich ist noch das Zeitverhalten zu berücksichtigen.

Vereinfachte Übersicht über die Klassen :

Genaue Werte siehe: DIN-VDE-Taschenbuch 508, Laser, 3. Auflage, VDE-Verlag, Berlin, 1998.

 


 

Abgrenzung und Kennzeichnung von Laserbereichen:

  • Bei Klasse 1 Lasereinrichtungen entsteht kein Laserbereich
  • Klasse 2 und 3A: Laserbereich muss deutlich erkennbar und dauerhaft gekennzeichnet werden (Warnschilder nach DIN 4844 in gut sichtbarer Grösse)
  • Klasse 3B und 4: Laserbereich muss gekennzeichnet und abgegrenzt werden, Warnleuchten an den Zugängen des Raumes.
  • Klasse 3B und 4: Unbefugte dürfen nicht unbeabsichtigt in den Laserbereich gelangen können.
  • Klasse 4: Bereits diffus gestreutes Laserlicht ist gefährlich. Betrieb nur in geschlossenen Räumen, aus denen kein Streulicht austreten kann. Während dem Betrieb dürfen sich nur befugte Personen im Raum aufhalten, die vor der Strahlung geschützt sind.
  • Klasse 4: Raumzutritt eventuell durch Schleusen oder Türkontakte (Laser shut down) sichern, wenn der Grad der Gefahr dies erfordert.
  • Klasse 4: Rettungswege und Notausgänge zum Laserbereich garantieren und immer freihalten.
  • Laborbereich: Lasereinrichtungen dürfen nur durch Versicherte mit besonderen Fachkenntnissen betrieben werden, die vom Unternehmer (=Hochschullehrer) oder Laserschutzbeauftragten dazu beauftragt worden sind. Andere Personen dürfen nicht in die Nähe des Laserbereiches gelangen.
  • Laserpointer: Vor Verwendung durch Leistungsmessung sicherstellen, dass 1 mW nicht überschritten werden (frische Batterien!)

  •  

    Schutzmassnahmen beim Betrieb von Lasereinrichtungen

    Technische Massnahmen und deren Verwendung:
    Schutz-
    Vorrichtung,
    Schutz-
    massnahme
    Klasse 1 Klasse 2 Klasse 3A Klasse 3B

    < 5 x Kl. 2
    Klasse 3B

    > 5 x Kl. 2
    Klasse 4
    Schutzgehäuse In allen Klassen erforderlich
    Sicherheitsver-
    Riegelung im
    Schutzgehäuse
    Verhindert das Entfernen der Abdeckung, solange die Werte der zugän-
    glichen Strahlung nicht niedriger liegen, als die Strahlungsgrenzwerte (GZS)
    für die zugeordnete Klasse

    Fernbedienung

    Nicht notwendig
    An Raum- oder Türstrom-
    kreise anzuschliessen;
    Betriebsanzeige

    Schlüsselschalter

    Nicht notwendig
    Schlüssel nur für berech-
    tigten Personenkreis; abziehen, wenn Laser
    ausser Betrieb

    Strahlwarnung

    Nicht notwendig
    Bei Dauerbetrieb möglichst optisch, sonst auch akustisch
    Abschwächer Nicht notwendig Möglichst auf Klasse 1, 2, oder 3A absenken
    Lage der Steuerorgane   Steuerorgane so anordnen, dass Justiervorgänge ohne Zugang zu Strahlung über Grenzen Kl. 1 od. 2 möglich sind, Justierhilfen (Video,etc.) benutzen
    Kennzeichnung der Strahlaustrittsöffnung  Nicht notwendig Entsprechend dem spezifizierten Wortlaut
    Organisatorische Massnahmen:
    Schutz-
    Vorrichtung,
    Schutz-
    massnahme
    Klasse 1 Klasse 2 Klasse 3A Klasse 3B

    < 5 x Kl. 2
    Klasse 3B

    > 5 x Kl. 2
    Klasse 4
    Laserschutz-
    Beauftragter
    Nicht notwendig Schriftlich bestellen
    Laserbereich Nicht notwendig Grenzen festlegen, u.U. zeitlich begrenzen, z.B. bei Wartung mit beweglichen Abschirmungen
    Augenschutz Nicht notwendig Immer erforderlich, eventuell Raumbeleuchtung verstärken
    Sensorkarten, Videokamera Nicht notwendig An kritischen Stellen anbringen/anwenden
    Warnzeichen Nicht notwendig Warnzeichen beachten
    Strahlwege   Der Strahl am Ende seines zweckdienlichen Weges beenden (Strahlenfalle), spiegelnde Reflexionen vermeiden
    Unterweisung Nicht notwen-
    dig
    Erforderlich
    Gefährdings-,
    Systemanalyse
    Keine Anforderungen Erforderlich; bei komplexen Systemen auch eine Systemanalyse


    © F. Laeri, 15. Juni 1998